11.04.2009 – Feier der Osternacht
Der Ursprung des Namens „Ostern” ist in vielen europäischen Sprachen eindeutig zu erkennen: ob z. B. französisch „paques”, italienisch „pasqua, schwedisch „paskdagen” oder niederländisch „pasen”: Ausgangspunkt des christlichen Osterfestes ist das jüdische Pascha-Fest, in welchem ein jährlich wiederkehrendes Gedächtnis der Befreiung des Volkes Gottes aus der Knechtschaft der Ägypter gefeiert wurde. Schon in der Urkirche wurde Pascha als Feier der Auferweckung Jesu Christi begangen, der als Sohn Gottes durch Tod und Auferstehung alle Menschen von Schuld befreit hat.
Die daraus entstandene Osterfeier mit der Karwoche ist als Ursprung des Kirchenjahres anzusehen. Ostern wurde für die Kirche damit der erste Mittelpunkt eines festen liturgischen Gefüges von Zeiten und Festen im Kirchenjahr von Aschermittwoch bis Pfingsten: fünf Wochen österliche Bußzeit, die Karwoche, Ostern, sieben Wochen Osterzeit, darin das Himmelfahrtsfest, und Pfingsten.
Die Karwoche hatte in diesem Jahr, am 11.04.2009, mit den letzten drei Tagen (Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag) ihren Höhepunkt erreicht, als wir uns zur Feier der Osternacht in unserem völlig dunklen Gotteshaus getroffen haben. Jeder Teilnehmer dieser Feier wurde jedoch bereits auf die kommende Freude und Helligkeit vorbereitet, indem er eine eigene Osterkerze erhielt.
Die Feier hatte vier Abschnitte. Begonnen wurde mit der „Wortfeier” mit 5 Lesungen aus dem Alten Testament, die im Wechsel durch Laien vorgetragen und musikalisch von leisem Orgelspiel unterbrochen wurden.
Die „Lichtfeier” startete mit dem Anzünden und der Segnung des Osterfeuers, dem feuergebenden Element für die Osterkerze.

Als Symbol des Wandels von Dunkelheit zu Helligkeit, von Trauer zu Freude, von Tod zu Leben, von Mutlosigkeit zu Hoffnung wird in dieser Feier das Osterfeuer entfacht, an dem die Osterkerze entzündet wird. Die Osterkerze ist damit auch das erste Licht, welches die völlig im Dunkeln liegende Kirche und Gemeinde erhellt. Jeder Teilnehmer erlebt mit dem Wachsen des Lichtes durch die zunehmende Zahl der angezündeten persönlichen Osterkerzen den Wandel von Dunkelheit zu Helligkeit, das Sinnbild des Überganges von Tod zu Leben.
Nahezu jeder von uns hat schon eigene Trauer durch den Verlust von geliebten Menschen erfahren. Für jeden von uns bedeutet die Auferstehung Jesu die Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Nach dem Anzünden und Segnen der Osterkerze wurde die große Osterkerze mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi” von Kaplan Albert Schykir durch die Kirche getragen.
Ein feierlicher Höhepunkt für die Gemeinde war der Gesangsvortrag des „Exsultet”, das Osterlob.
Als Bestandteil der Osternachtfeier gilt auch die Taufe. Früher wurde die Taufe der Katechumenen durchgeführt. Mangels Täuflingen ist jedoch heute an deren Stelle ein feierliches Taufgedächtnis der Gemeinde getreten.
Das Taufversprechen und das Glaubensbekenntnis wurden in der folgenden „Glaubensfeier” durch interaktives Fragen und Antworten zwischen Kaplan Dirk Wammes und der Gemeinde erneuert.
Hier schloss sich jetzt die eigentliche „Mahlfeier” an, die Feier der Eucharistie.
Nach der Kommunion segnete Dekan Manfred Amon die Ostergaben.

Die gesegneten Speisen wurden nach dem Entlassruf „Ite missa est, alleluia, alleluia” mit Verlassen des Kirchenraumes in den Gemeinschaftsraum gebracht – der Raum, der uns nach jeder Messe zum Verweilen im Gespräch bei einem Imbiss und Getränken vereint.
Für diese österliche Agape wurden wir mit einem liebevoll dekorierten Raum überrascht, in dem das Osterbrot, Ostereier sowie andere Leckereien entspannt bei viel „Klaaf” und „Klön” verzehrt wurden.

Auch bei unserem Bischofsvikar Manfred Amon setzte bei dem gemeinsamen Mahl die wohlverdiente Entspannung ein. Schließlich ist ein derartiger Gottesdienst mit viel Planung verbunden, damit alles reibungslos und sicher ablaufen kann.
Es ist ihm gut gelungen – danke für dieses unvergessliche Erlebnis!
An dieser Stelle richten wir besondere österliche Grüße an unsere beiden Priester Bert van der Post und Rolf Kraft. Sie konnten wegen Erkrankung in diesem Jahr nicht persönlich an unserer Messe teilnehmen. In Gedanken waren wir jedoch bei ihnen – und sie befanden sich mitten unter uns!
Wir wünschen ihnen die erforderliche Kraft und Gottes Segen, um wieder einen besseren Gesundheitszustand zu erreichen.
© CAH