10.01.2009

"/Jesus sprach:/ Was nennt ihr mich Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage? "

Lukas 6,46

19.02.2011 – Abschied von Pastor Bert van der Post

Es war ein bewegendes und bewegtes Fest, bei dem man die Trauer- und Freudentränen nicht voneinander unterscheiden konnte. Über 300 Menschen kamen, um ‚unseren’ Bert zu verabschieden: Familie, Freunde, Angehörige von Menschen, die er begleitet hat, Ärzte und Klinikpersonal der Kliniken, in denen er seelsorgerisch tätig war, Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen, natürlich die Paulusgemeinde sowie seine Mitbrüder. Dabei wurde Bert die ganze Zeit sorgsam ‘überwacht’ von seinem ‘persönlichem Gesundheitsapostel aus Holland’ – wie er ihn immer wieder liebevoll nennt -  Dr. Till Gerling.

„Ich bin der ‚Stein des Anstoßes’, eckig, nie angepasst und bequem, sondern immer der »den-unbequemen-Weg-gehende-Mensch«“, so erklärte Bert den größten Stein all derer, die er vor den Altar gelegt hatte und die die Verschiedenheit aller Menschen symbolisieren sollten.

Besonders sei die Predigt von Pater Tobias erwähnt.

Einfühlsam schilderte er die Facetten der Persönlichkeit von Bert van der Post, wies aber auch darauf hin, dass die gesamte Familie diese Lebensform mittragen musste. Auf Berts besonderen Wunsch bezog sich Pater Tobias auf das Buch Kohelet. Er sprach über Berts Lebenscredo, das sich „auf Deinen Erfahrungen aufbaut, dass unser Leben nicht ewig währt, dass die uns geschenkte Zeit eine kostbare Zeit ist, die es zu füllen gilt und nicht zu vergeuden und zu vertrödeln. Deshalb beginnt das Buch Kohelet mit den Worten: „Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch. (…) Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde steht in Ewigkeit.“

Um die ganze Predigt zu lesen, klicken Sie bitte hier

Ulrich Horstmann, u. a. Redakteur bei WDR5, las in seiner Laudatio zwei Beiträge aus dem Buch Rezepte zum Leben und Sterben – Bert van der Post, mein Totenbuch vor. Hier sei besonders der Beitrag zum Thema “Loslassen” erwähnt, schließlich zieht sich  das Loslassen wie ein roter Faden durch unser ganzes Leben, denn schon unsere Geburt beginnt mit dem Loslassen unseres ersten wärme- und nahrungsspendenden Schutzes.

Ulrich Horstmann erklärte zu dem in Kürze erscheinenden Buch „… wir haben mal ‚um Bert herum gesammelt‘, es gebündelt und grafisch gestaltet schön verpackt zu Papier gebracht“.

In einem späteren Gespräch meinte Bert selbst dazu: „… das Buch ist keine ‘Nachtliteratur‘, so typisch mit langem Weg und Sonnenuntergang. Es wird Menschen zeigen und Farbe, Gedichte sind zu lesen, über Erfahrungen wird berichtet und Weisheiten aus dem Kindermund sind zu finden. Man wird automatisch in einen kleinen integrierten Spiegel schauen … ‚jetzt aber sehen wir einen Spiegel, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht!“

Musikalisch begleitet wurde die Messe durch den Chor SwingHigh unter der Leitung von Sebastian Dahmen, aber auch  Einzeldarbietungen erfreuten alle Anwesenden.

Bischofsvikar Manfred Amon überreichte Bert abschließend eine persönliche Urkunde unseres Erzbischofs Rainer Laufers, in der sein Lebenswerk gewürdigt wird.

Als kleinen Gag „damit Bert seine Kölner Zeit in guter Erinnerung behält“ erhielt Bert auch noch eine Kerze mit dem Sinnspruch  „Köln hat was … „

Wir schließen uns mit den besten Wünschen an und geben Bert auf seinen weiteren Weg mit:

Bert, du hast was …

Vor und nach dem Gottesdienst wurde ausgiebig gefeiert. Mit Kaffee, Kuchen und einem einladenden Buffet kam man schnell miteinander ins Gespräch über Gott, die Welt … und … den ‚Stein des Anstoßes’.

 

CAH / UH
Bilder ©CAH / RH

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