10.01.2009

"/Jesus sprach:/ Was nennt ihr mich Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage? "

Lukas 6,46

24.12.2011 – Chressmett op Kölsch

WEIHNACHTEN
„… ein Fest, das das Herz und alle Sinne berührt , mit Musik und Glanz die Seele verzaubert. Wünsche werden wahr, Fröhlichkeit und Freude leuchten auf. Der Himmel trifft die Erde. Ein neuer Anfang scheint möglich. Nicht nur Kinder, auch Weihnachtsskeptiker werden davon angerührt …“  so schreibt Anselm Grün in seinem  „Kleinen Buch der Weihnachtsfreude“. Besser kann man die vielfältigen Gefühle, die speziell in der Advents- und Weihnachtszeit in uns aufkommen, nicht beschreiben.

Zog der November mit seiner Dunkelheit noch viele von uns in den wie es modern heißt „Winter-Blues“, so machte uns die zunehmende Helligkeit der Adventszeit wieder Hoffnung. Wir erinnerten uns an unsere Kindheit, an familiäre Rituale, aber die kommerzielle Hektik drohte auch uns mitzureißen.  Gewiss, wir alle möchten unsere Lieben beschenken – schenken heißt aber nicht kaufen sondern teilen. Wir müssen uns ‚mit‘teilen, wieder sensibel werden für die Wünsche unserer Mitmenschen, Aufmerksamkeit, Gefühle und Liebe wieder entdecken und zulassen. Zum Glück kann man sie nicht einfach dazukaufen, sonst wäre das ja nur den Reichen möglich.

Wir heutigen Christen waren nicht dabei, feiern aber seit ungefähr zwei Jahrtausenden die Geburt Jesu in jedem Jahr aufs Neue. Wir stützen uns dabei auf die Überlieferungen der Apostel und Geschichtsschreiber. Und jedes Jahr werden wir erneut berührt, verzaubert und freuen uns. Seit unendlichen Zeiten kommen sich Himmel und Erde zu Weihnachten ganz nah. Mit der Wintersonnenwende haben wir die längste Nacht überwunden, es geht aufwärts, die Tage werden wieder länger, etwas Neues beginnt. Das neue Kirchenjahr startet mit der Adventszeit und auch wir Menschen wollen einen Neuanfang. Spätestens in der Silvesternacht nehmen wir uns daher Mögliches, oft aber auch Unmögliches, vor.

In unserer Chressmett op Kölsch haben wir das Szenario der Geburt Jesu einfach mal in unsere heutige Zeit verlegt, in eine Schrebergartenhütte in Köln- Vogelsang. Was würde heute passieren? Vor welchen Hindernissen stünden Maria und Josef? Das, was für uns gläserne Menschen heute normal ist, der Bürokratismus zum Beispiel, mit dem wir uns herumschlagen müssen, wäre kaum lösbar für Maria und Josef. Aber vor welchen Problemen befänden wir uns, wenn wir in die Zeit um Christi Geburt zurückversetzt würden? Kämen wir mit der Armut, den noch nicht behandelbaren Krankheiten und der oft brutalen Willkür der damaligen Herrscher klar? Beides ist kompliziert und doch haben wir Menschen es durch viele Jahrhunderte geschafft, uns zu verändern, neu zu orientieren und immer wieder anzupassen.

Die Besucher unserer Chressmett op Kölsch wollten wir zum Nachdenken anregen, die Gedanken in mehr Zufriedenheit lenken. Vieles ist unerfreulich in unserer Zeit, aber nicht alles. Und jeder von uns hat die Möglichkeit, sich seine eigenen ‚Stützen’ zu schaffen, die durch die Widrigkeiten und Schicksalsschläge unseres Lebens hindurch helfen.

Unser Glaube ist das stärkste Fundament. Indem wir Weihnachten und die Geburt Jesu jedes Jahr feiern, zeigen wir die Bereitschaft an, uns auf Gott einzulassen und ihm zu vertrauen. So wie wir Menschen auf Gottes Gaben warten, wartet Gott aber auch auf jeden einzelnen von uns. Selbst Atheisten bestätigen mit ihrer Ablehnung die Stärke Gottes … warum müssten sie sonst so dagegen ankämpfen und ihre Einstellung verteidigen?

Wir unterstützen seit einigen Jahren die Aktion Friedenslicht und geben das in der Geburtsgrotte in Betlehem entzündete und von Pfadfindern in die gesamte Welt weitergereichte Licht auch in unserer Chressmett op Kölsch weiter. Mittlerweile wandert dieses Symbol  ‘zum Anfassen’  immer großflächiger durch unsere vernetzte Welt. Und jeder, der das Licht mitnimmt und weitergibt, hilft uns, den guten Gedanken mit dem diesjährigen Motto “Licht verbindet Völker” zu unterstützen.

Die Kommentare der Besucher nach der Messe, aber auch die Anrufe oder Gästebucheinträge sagen uns, dass wir mit unserer Version der Christmette in die richtige Richtung gehen. Pastor Amon hatte sich wieder einmal übertroffen. Das von ihm gestaltete Thema zur Einstimmung ließ die Geburt Jesu ganz real werden. Die in den liturgischen Ablauf eingebetteten Lieder des Duos SakkoKolonia waren sensibel und feierlich. Danke an die SakkoKolonias – liebe Dr. Bettina Wagner und Theo Krumbach sowie lieber Wolfgang Seyffert, dieses Mal wieder der Dritte im Bunde – ihr habt unsere Gäste und uns wieder einmal so richtig erfreut.  Keiner hielt es auf seinem Platz aus, alle standen, sangen und klatschten mit.

In diesem Sinne wünscht die Paulusgemeinde Köln Ihnen allen Hoffnung, Vertrauen, Frieden und Gesundheit für 2012. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auch im neuen Jahr treu bleiben und unsere Gottesdienste besuchen. Die nächste Messe findet am 07.01.2012, 17:00 Uhr, statt. Mit unserer OrgelZeit, sie startet jeden ersten Samstag im Monat ½ Stunde vor der Messe, schenken wir Ihnen Zeit zur Muße und Besinnung. Pastor Amon wird in dieser ersten Messe des Jahres den Einzelsegen erteilen und jeder, der es wünscht, startet so auf einem guten Weg in das neue Jahr.

Wenn Sie sich unsere Chressmett op Kölsch noch einmal in Erinnerung rufen möchten, finden Sie hier ein paar Schnappschüsse.

CAH
Fotos ©cah

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