Auferstehungsfeier und Messe der Osternacht 2010
Der Ostersonntag ist ein sogenannter beweglicher Feiertag. Er wird stets am 1. Sonntag nach dem 1. Frühlingsvollmond gefeiert – das ist frühestens der 22. März und spätestens der 25. April. Nach seinem Datum richten sich fast alle anderen beweglichen Feiertage im Kirchenjahr.
Doch zuerst noch etwas zum Hintergrund:
Der Sabbat ist ein jüdischer Ruhetag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Aus diesem Grund musste Jesus auch noch am Freitag beerdigt werden. Für die damaligen Christen wurde an diesem Tag aber nicht nur Jesus sondern auch die Hoffnung auf den Retter der Menschheit begraben. Es herrschte große Angst und Verzweiflung. Auch die Jünger versteckten sich, aus Angst, selbst am Kreuz hingerichtet zu werden.
Hohepriester und Pharisäer hatten Pilatus aufgefordert, das Grab bewachen zu lassen. Man wollte verhindern, dass der Leichnam gestohlen wird und so die Aussage im Land verkündet werden könnte, dass Jesus auferstanden sei.
Doch es kam anders: Als Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Johannes, in der Frühe zum Grab kamen, war der Grabstein weggerollt, das Grab leer und ein Engel verkündete den Frauen die Botschaft, dass Jesus, wie er es vorausgesagt hatte, auferstanden sei. Das löste zuerst einmal Verwirrung und Unglauben aus, ja, man bezeichnete es gar als »Weibergeschwätz«, das kann doch nicht sein, tot ist tot. Die Apostel überzeugten sich schließlich selbst und es stimmte, Jesus war wirklich auferstanden. Daraufhin breiteten sich große Erleichterung und Freude aus nach all der Trauer.
Die Feier der Osternacht ist seither in der Urkirche der festlichste Gottesdienst des Kirchenjahres. Nach ältester Überlieferung ist die Liturgie des Auferstehungsgottesdienstes in vier Teile gegliedert, in die
Wortfeier
Die Wortfeier ist eine Nachtwache, in der verschiedene Lesungen aus dem Alten Testament die Großtaten in Erinnerung bringen, die Gott Jahwe seinem Volk in alter Zeit getan hat.
Lichtfeier
Die Lichtfeier bildet den Kern der Liturgie mit den Elementen: Osterfeuer, Osterkerze, gesungenes Exsultet (das Osterlob), feierliches Halleluja, Verkündigung des Evangeliums und Ansprache.
Glaubensfeier
Das Taufversprechen wird bewusst und feierlich erneuert.
Opfer- und Mahlfeier
Die Feier der Eucharistie beginnt mit der Gabenbereitung.
Für eine nachfolgende Agape können Osterbrot, Ostereier, Wein und Traubensaft zum Altar gebracht und gesegnet werden.
Am späten Abend oder am frühen Morgen der Nacht zum Ostersonntag, dem 1. Tag der neuen Woche und dem letzten Tag der 40tägigen Fastenzeit, treffen die Christen zur Feier der Auferstehung, der »Ostervigil«, zusammen. Die Kirche bleibt während der Wortfeier dunkel, nur die Kanzel/das Rednerpult, der »Ambo«, wird für die Texte und Lesungen der Nachtwache mit einer kleinen Lichtquelle ausgestattet.
In unserer Osternachtfeier, also in der Lichtfeier, zündete uns Bischofsvikar Amon das Osterfeuer an und segnete es; für uns Menschen das Zeichen der Hoffnung, Helligkeit und Freude durch die Auferstehung Jesu.



Kaplan Dirk Wammes sprach in seiner Osterpredigt die vielfältigen Zweifel an, die uns Menschen heute, aber vor allem auch die Menschen um den Tod Jesu herum plagen bzw. geplagt haben. »Ende gut – alles gut« … ist das nun wirklich so? In den Medien erfahren wir tagtäglich, dass es am Ende oft gar nicht gut ausgegangen ist, und, für die Apostel war die Nachricht von der Auferstehung Jesu zunächst auch nur ein Gerücht, ja, Weibergeschwätz. Wenn Gott aber Jesus auferweckt hat, brauchen wir keine Angst mehr vor dem Leben und keine Angst mehr vor dem Tod haben, denn er wird jeden auferwecken, der an ihn glaubt.
Wenn wir heute das Abendmahl feiern, erleben wir durch Brot und Wein, dass diese Hingabe auch für uns gilt, dass Jesus gegenwärtig ist in unserer Gemeinschaft und auch uns mit Gott versöhnt.
Das ist für uns Menschen eine große Freude. Im Spätmittelalter war es daher ein Brauch, in der Osterpredigt eine Geschichte zu erzählen, die die Gemeinde zum Lachen brachte, das sogenannte »Osterlachen«. Der Grundgedanke dieses Lachens war, diese Osterfreude zum Ausdruck zu bringen nach den traurigen Ereignissen der Vortage.
Kaplan Wammes motivierte die Anwesenden mit den Worten der alten Volksweisheit: »Haltet durch! Lasst Euch nicht beirren, denn … wer zuletzt lacht, lacht am besten!« Es wird anders kommen, als wir es uns hier auf Erden vorstellen. Sonst ergeht es uns am Ende wie
….. dem Pfarrer, der in den Himmel kommt und gleichzeitig mit ihm ein Busfahrer:
»Du kommst sofort rein« sagt Petrus zu dem Busfahrer.
Der Pfarrer ist enttäuscht »Nun habe ich mein Leben lang gearbeitet für das Reich Gottes, habe gepredigt, getauft und beerdigt … und dieser Busfahrer kommt sofort in den Himmel, während ich hier warten muss.«
»Tja«, sagt Petrus, »wenn du gepredigt hast, haben alle geschlafen, aber wenn er gefahren ist, haben alle gebetet!«
… womit Kaplan Wammes wunderbar an den alten Brauch angeknüpft und den Anwesenden das Osterlachen geschenkt hatte.
Einen besonderen Dank verdient auch unser Organist Ulrich Hinterberg. In der Wortfeier füllte das von ihm gespielte Stück “Das Chaos” von “Schelmish” (die Geschichte von der Entstehung der Welt) die Übergänge zwischen den einzelnen Lesungen. Im Stil von dezenter mittelalterlicher Musik (gedacktes Orgelregister Schalmei, wodurch der Dudelsack nachgeahmt wird) fühlte man sich fast in jene Zeit zurückversetzt.
Auch in diesem Jahr stand wieder eine liebevolle und ansprechend dekorierte Osterspeise (Agape) bereit, die nach der Ostermesse und Segnung im geselligen Kreis verspeist wurde.

Danke an die Gastfreundschaft, die Elisabeth Amon uns immer wieder schenkt und, danke, für die vielen Vorbereitungen, die für sie damit zusammenhängen.

Wie wir hier sehen, konnte sich Bischofsvikar Amon nun endlich auch ein wenig Muße gönnen.
An dieser Stelle unser besonderer Dank an ihn, dass er diese feierliche Messe für uns gestaltet und mit dem gesamten Klerus zelebriert hat.
Nun ja, vollständig war der Klerus leider nicht, wir vermissten Pastor Bert van der Post und Albert Schikyr Mgr.Th., um deren Gesundheit es momentan nicht zum Besten steht. Pastor van der Post befindet sich derzeit sogar im Krankenhaus, aber, obwohl beide nicht persönlich anwesend sein konnten, haben unsere Gedanken sie in unsere Mitte getragen.
Wir senden ihnen gute Genesungswünsche und die erforderliche Kraft, damit sie mit Gottes Segen wieder einen besseren Gesundheitszustand erreichen.
CAH
©Bilder UH+CAH