10.01.2009

"/Jesus sprach:/ Was nennt ihr mich Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage? "

Lukas 6,46

Der Osten lebt! Der Osten bebt!

Auf den Spuren unserer deutschen Kultur

Nach langer Zeit müsste ich jetzt eigentlich über Bartholomäus und Erfurt berichten. Aber aus der Gelegenheit heraus möchte ich jetzt über etwas anderes erzählen.

Ich habe in der Weihnachtszeit nicht rechtzeitig Bilder sammeln können, um über die festliche Stimmung und die schönen Bräuche im Erzgebirge zu berichten. Aber jetzt habe ich es geschafft:

Ostern in Sachsen – Wow!

Sie wussten sicher schon, dass Sie in der Oberlausitz ein wunderschönes Ostem erleben können? Nein? Dann lassen Sie mich erzählen.

Zunächst einmal wohnen dort Deutsche, deren Muttersprache nicht Deutsch ist: Es sind die Sorben, ein westslawisches Volk, das in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt ist. Die Amtssprache dort ist deutsch und sorbisch.

Es gibt auch Sorben in der Niederlausitz in Brandenburg, Aber über Sorbien in Brandenburg in der Gegend um Cottbus werde ich später einmal berichten.

Die etwa 40 000 Sorben, die zwischen Kamenz, Bautzen und Hoyerswerda beheimatet sind, pflegen nicht nur eine eigene Sprache, sondern auch liebenswerte Osterbrauche.

Allerorten gibt es Vorführungen, bei denen Sie die vielfältigen Techniken des Eierverzierens kennen lernen können, aber auch Märkte, auf denen die Kostbarkeiten angeboten werden.

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Am Ostersonntag reiten die katholischen Männer einer Kirchengemeinde in Frack und Zylinder auf festlich geschmückten Pferden in die Nachbargemeinde, um dieser die frohe Botschaft zu verkünden, dass der Herr Jesus Christus auferstanden ist. Es ist Brauch, dass die besuchte Gemeinde einen Gegenbesuch durchführt. Jeder Prozessionszug, der aus bis zu über hundert Reitern und Pferden bestehen kann, darf dabei den anderen nicht kreuzen – das bringt Unglück. Vorneweg reiten die Fahnenträger, die Träger der Christusstatue und des Kreuzes. Vor Beginn der Prozession wird gemeinsam der Ostergottesdienst gefeiert, danach umreiten die Osterreiter die heimatliche Kirche, werden gesegnet und begeben sich auf den Weg, die frohe Botschaft in Form von traditionellen Kirchenliedern ins Land zu tragen. Die Kirche bzw. der Dorfplatz eines jeden Ortes, durch den der Zug führt, wird ebenfalls umritten. Dabei werden ebenfalls sorbische, manchmal auch deutsche oder lateinische Kirchenlieder gesungen. Kurz vor Ausritt und teilweise auch zwischen den Ortschaften wird laut gebetet.

Ein großer Spaß erwartet die Besucher des “Eierschiebens” in Bautzen, bei dem auf dem Protschenberg Leckereien und Eier den Hang hinunterrollen, sehr zur Freude vor allem der Kinder.

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Diese zieht es ebenso in den “Saurierpark”, der unter dem Motto: “Wie aus dem Ei gepellt” zum abenteuerlichen Osterspaziergang einlädt.

Beim Bummel durch die Bauzner Altstadt wird klar, wieso Bautzen auch “Stadt der Türme” genannt wird. Auf dem Schützenplatz findet das traditionelle Oster-Volksfest statt.

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Auch ein Besuch in Görlitz lohnt sich zu Ostern. Dort gibt es zwar kein Volksfest, doch Görlitz schmückt sich mit über 3500 Bauten, die aus den verschiedensten Epochen von der Gotik bis zum Jugendstil stammen.

Auch Zittau geizt nicht mit Kunstschatzen. Der Kulturpfad führt Sie zu Kleinoden aus Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus.Als echte Raritat gelten dort aber die beiden Fastentücher. Mit diesen kunstvoll bemalten Textilien wurden einst zur Fastenzeit die Heiligtümer in den Kirchen verhüllt.

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Zieht es Sie zu neuen Ufern? Dann radeln Sie durchs Lausitzer Seenland, wo sich nach und nach Braunkohlegruben in einladende Gewässer verwandeln. Nördlich von Bautzen geben sich im größten zusammenhangenden Teichgebiet Deutschlands Fischotter und Eisvogel ein Stelldichein.

Eine Dreiviertelstunde dauert eine Fahrt mit der Schmalspurbahn ins nur 10 Kilometer entfernte Oybin. Dies ist genau der richtige Ausgangspunkt für Touren durch Fichtenwälder und zu bizarren Sandsteinfelsen. Vom Zittauer Gebirge aus kann man in Tagesetappen durchs Oberlausitzer Bergland wandern. (Ottfried Fischer als Pater Brown läßt grüßen.) Unterwegs grüßen Umgebindehäuser mit einem Mix aus slawischer Blockbau- und deutscher Fachwerkkunst.

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Und wo genießt man in der Oberlausitz den herrlichsten Osterspaziergang? Natürlich im Fürst-Pückler-Park! Diesen Landschaftsgarten im englischen Stil, der zum Weltkulturerbe gehört, teilt sich Bad Muskau mit dem polnischen Nachbarn Lugnitz. Und bei 750 Hektar Größe kann die Devise nur lauten: So weit die Füße tragen!

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