Frohe Ostern?
Eigentlich wollte ich etwas über Ostern schreiben, über unsere Osternachtmesse, über die Lesungen, über Gottes Entstehung der Welt und die zehn Gebote, die uns von Gott durch Moses gesandt wurden, über das Licht und die Osterkerze, über die österliche Eucharistie und über die anschließende österliche Agape mit den liebevoll von Elisabeth Amon gefärbten Eiern und das leckere, frische von ihr gebackene Brot.
Dann aber, zuhause, als ich Fernsehen schaute, war ich durch das, was ich sah, erschüttert und dachte darüber nach: ‚Was ist aus den Menschen in der heutigen Zeit geworden?’
Natürlich ist nicht alles schlecht heute, dennoch fällt mir einiges auf:
Früher spielten Kinder relativ gefahrlos auf der Straße oder im Grünen, heute brauchen sie die Playstation. In den Schulen, selbst in den Grundschulen, wird der Computer Voraussetzung. Ob die Eltern sich das leisten können, danach wird nicht gefragt. Früher durfte und konnte man ein Konzert oder eine Theateraufführung genießen, heute sieht man die Menschen in der ersten Reihe auf ihren Smartphones daddeln und wenn man sie anschließend fragt, wie ihnen das Konzert gefallen hat, bekommt man zur Antwort: „Kann ich noch nicht sagen, ich war noch nicht bei Facebook!“ Das sind nur einige Beispiele, mit denen ich noch leben kann.
Womit ich aber nicht leben kann, wurde mir gestern in einem Vortrag der Comedian Monika Gruber klar. Sie berichtete von einem authentischen Fall, den ich daraufhin recherchiert habe:
„In München-Giesing haben sich Mitbewohner Sorgen um eine im Haus wohnende alte Frau gemacht, weil seit ein paar Tagen ihr Essen auf Rädern vor der Tür stand. Die herbeigerufene Polizei bricht die Tür auf und stellt fest, dass die Frau schon ein halbes Jahr tot ist. Nach intensiven Ermittlungen der Kripo kommt man zu dem Ergebnis, dass der alten Frau das Essen auf Rädern über mehrere Monate von Nachbarn gestohlen wurde und die Sache nur deshalb aufgeflogen ist, weil die Essensdiebe im Urlaub waren.“
(http://forum.finanzen.net/forum/Essen_auf_Raedern-t430074)
Sie beendete ihren Vortrag mit einem persönlichen Erlebnis, das ich versuche, möglichst getreu nachzuerzählen:
Sie war im Zusammenhang mit einer Fernsehproduktion in einem Altenheim in einem kargen, fensterlosen Kellerraum. In diesem Raum befanden sich viele alte Möbel, die alle nicht zusammen passten, als Überbleibsel von ehemaligen Bewohnern. Und es gab in diesem Raum viele blaue Müllsäcke, prall gefüllt und oben auf den blauen Müllsäcken stand auf dem einen mal ein zerzaustes Kuscheltier, mal ein paar Schuhe oder eine Kinderzeichnung von einem Enkelkind. Auf jedem Müllsack stand aber auch ein Name und ein Datum, das Sterbedatum. Es wurde klar: Dieser Müllsack enthält die Reste eines gelebten Lebens, für das sich niemand mehr interessiert und der niemals mehr abgeholt werden wird.
Ich bin mir sehr einig mit Monika Gruber: Ich möchte nicht als Müllsack in einer Abstellkammer enden. Ich möchte für mich die Gewissheit haben, dereinst vor meinem Schöpfer zu stehen, der zu mir sagt: „Deine Familie und deine Freunde lieben dich. Du hast dich in deinem Leben einigermaßen ordentlich betragen. Du darfst eintreten.“
Jesus Christus ist nicht für uns gestorben, damit wir in einem blauen Müllsack enden. Er ist für uns auferstanden, um uns den Weg in das ewige Leben zu bereiten.
Mit dem Bild unseres Osterfeuers möchte ich Ihnen ein Licht geben, ein Licht der Hoffnung, dass unser himmlischer Vater und Jesus Christus allzeit für uns da sind.
In dem Sinne wünsche ich Ihnen und mir ein gesegnetes Osterfest – (UH)
