10.01.2009

"/Jesus sprach:/ Was nennt ihr mich Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage? "

Lukas 6,46

Gedenkfeier für unsere Verstorbenen

In ihrem Buch „Dem Leben neu vertrauen – den Sinn des Trauerns durch die fünf Stadien des Verlustes finden“  (ISBN 3-7831-2692-4)  beschreiben die Autorin Dr. Elisabeth Kübler-Ross und ihr Co-Autor David Kessler die fünf Phasen der Trauer:  Leugnen – Zorn – Verhandeln – Depression – Zustimmung.
So verständlich wir diese Formulierungen von uns weisen, wenn uns der Tod eines geliebten Menschen im wahrsten Sinne des Wortes in diesem Moment ebenfalls niedergestreckt hat – im Rückblick, nach Jahren, erkennen wir, dass wir diese Gefühle ebenfalls aushalten mussten. Da war zwar die Reihenfolge nicht unbedingt identisch, wir sind auch immer wieder mal in eine bereits durchlebte Phase zurückgefallen, aber letztendlich sind wir nach Jahren da angekommen bzw. werden dies noch erfahren, dass wir dem Tod „zustimmen“, ja, unseren geliebten Menschen loslassen mussten. Ohne diese „Zustimmung“, so sehr uns das Wort auch stört, verharren wir in unserer Erstarrung: unser Leben scheint ohne uns so einfach an uns vorbei zu laufen. Nichts ist mehr wie es war, eine Tür hat sich geschlossen und sie lässt sich nicht mehr öffnen. Aber … vor uns liegen noch viele Türen, die wir öffnen können. Wir müssen sie nur wieder sehen!

Um die Angehörigen, die diese Trauer durchleben müssen, wollten wir, die Paulusgemeinde, uns in diesem Jahr einmal persönlich kümmern. Im Rahmen einer Gedenkfeier – keiner Messe, die hatte zu Ehren unserer Verstorbenen ja bereits zu Allerheiligen stattgefunden – wollten wir den Trauernden ein Licht mit auf den Weg geben und ihnen Mut machen für ihre Zukunft.

Das Licht in der Kirche war teilweise gelöscht, eingebettet in meditatives Orgelspiel, begrüßte Pastor Manfred Amon alle Anwesenden, es wurden  u.a.  ausgewählte Texte von Anselm Grün „Der Engel des Dunkels“ aus seinem Buch „Mit 50 Engeln durch das Jahr“ und von Hanns Dieter Hüsch, geschrieben nach Worten der Bibel, vorgetragen.

Im Verlauf der Feier wurde die Osterkerze am Altar entzündet, das Licht wanderte weiter zu Teelichtern, die auf den Seitenfensterbänken platziert wurden. Im Zeitraffer, den Ablauf der Trauer symbolisierend, erhellte sich unser Umfeld im Verlauf der Feier.

Für jeden Verstorbenen war eine besonders beschriftete Trauerkerze in einen mit einem weißen Tuch ausgelegten Korb gelegt und in die Nähe des Altars  getragen worden. Pastor Amon nannte alle Namen der Verstorbenen. Begleitet von leisem Orgelspiel wurde jede einzelne Kerze von zwei weiteren  Mitgliedern des Klerus zum Altar getragen, entzündet und auf dem Altar abgestellt.

Die Bilder der Verstorbenen, die vereinzelt auf den Stufen vor dem Altar standen, vermittelten uns das Gefühl, dass sie sich wieder mitten unter uns befinden.

Elisabeth Amon legte anschließend jedem Anwesenden „das kleine Licht“, den zündenden Hoffnungsfunken, ans Herz, damit sich wieder löst, was in uns erstarrt ist.

Nach der Ansprache und dem Segen durch Pastor Amon wurden alle Angehörigen, wie es bei uns Sitte ist, in den Gemeindesaal eingeladen, wo mit viel Liebe gedeckte Tische sowie jahreszeitgemäße „Weckmänner“, Butter  und Getränke zum gegenseitigen Kennenlernen und Genuss einluden.

In diesem Zusammenhang geht ein ganz besonderer Dank an Elisabeth Amon, immerhin hatte sie bereits zu noch „nachtschlafender Zeit“ begonnen, eine Unmenge von Weckmännern zu backen.

Die mitgebrachten Bilder und Kerzen waren wieder zum Ausgang getragen und zum Mitnehmen bereitgestellt worden.

Die Paulusgemeinde bedankt sich bei allen Angehörigen, die dieser Gedenkfeier durch ihr Erscheinen einen besonderen Rahmen verliehen und zum Gelingen beigetragen haben.

Wir wünschen Ihnen,
dass ein Licht Sie auf  Ihrem persönlichen Weg begleitet.


Es würde uns freuen, Sie auch bei unseren weiteren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen – zu unseren  Messen, zu unserer “OrgelZeit”,  jeden 1. Samstag im Monat, 1/2 Stunde vor unserer Messe, und zu unserer “Chressmett_op Kölsch”.

CAH

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