10.01.2009

"/Jesus sprach:/ Was nennt ihr mich Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage? "

Lukas 6,46

GLÜCK – Gedanken zum Jahreswechsel

Was liegt näher, als zu Beginn eines neuen Jahres einmal über das Glück nachzudenken? Wie viele ‚Glück’wünsche gehen gerade in dieser Zeit von Mensch zu Mensch? Und wünschen wir uns nicht alle ‚mehr’ Glück, weil wir gar nicht richtig erkennen, wie viel Glück wir in unserem Leben eigentlich täglich haben? Es gibt keinen Maßstab für ‚kleines’ oder ‚großes’ Glück, Glück ist Glück. Nur durch unsere eigene Bewertung erscheint es uns klein oder groß.

Nun gibt es ja genug gegenwärtige oder uns vorausgegangene Zeitgenossen, die sich ihren Kopf über das Glück zerbrochen haben. Nur ein paar Zitate möchte ich hier erwähnen:

Der antike griechische Philosoph Heraklit sagte zum Beispiel sehr profan „Wäre das Glück in den Freuden des Leibes, so dürften wir die Ochsen für glücklich halten, wenn sie wilde Zuckererbsen zu fressen finden.”

„Wo kein Wunder geschieht, ist kein Beglückter zu sehn.” Friedrich Schiller hat mit diesem Satz alles auf einen Nenner gebracht. In seinem Gedicht „Das Glück” fasst er zusammen, dass das Glück nicht durch eigene Leistung oder Arbeit erwirkt wird, sondern letztendlich ein Wunder ist. Richtig, ein Wunder! Und dieses Wunder schenkt Gott uns immer wieder. Es beginnt damit, dass er uns das Leben geschenkt hat und dadurch die Möglichkeit, Glück zu erleben. Wir müssen es nur ergreifen. Aber, wie können wir etwas ergreifen, was wir in unserer hektischen Zeit gar nicht mehr wahrnehmen?

 „Im Unglück finden wir meist die Ruhe wieder, die uns in der Furcht vor dem Unglück geraubt wurde” – ein Satz der Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach, der uns wachrüttelt. Wir müssen erst die Ruhe in uns selbst wieder finden, damit wir das, unser Glück, auch sehen können – aber möglichst nicht über den Umweg des Unglücks, welches wir uns einreden.

 „Was immer geschieht, an uns liegt es, Glück oder Unglück darin zu sehen” Der Philosoph Anthony de Mello prägte diesen Satz und er hat Recht: Glück zu empfinden, hängt davon ab, wie wir die Welt um uns herum erleben und welche Bedeutung wir den Geschehnissen geben.

Wenn ein uns nahestehender Mensch stirbt, gibt es natürlich kein ‚Herumdeuteln”, damit wir das als positiv empfinden können. Da hilft es uns vielleicht nur, die Erlösung im Sinne des verstorbenen Menschen als Glück für ihn zu empfinden, wenn das Leben nicht mehr zu ertragen war durch Krankheit und peinigende Schmerzen.

 Unsere Jahreswechsel füllen wir immer mit vielen guten Vorsätzen. Halten wir sie aber auch durch? Wir wünschen Ihnen daher heute vor allem die Kraft zum Durchhalten … und, halten Sie an, gestalten Sie Ihr  HEUTE!  GESTERN  ist vorbei und MORGEN kommt erst noch! Konzentrieren Sie sich auf das JETZT, das HIER und HEUTE, den AUGENBLICK:  nur so können Sie ihn auch erleben!

Lassen Sie sich Zeit und Muße, damit sich Ihr Blick wieder für Ihr tägliches Glück schärft. Sie halten es in Ihren Händen, Gott schickt es uns täglich, Sie müssen es nur ergreifen. Das Glück beginnt schon mit dem Aufwachen: Gott hat Ihnen einen neuen Tag geschenkt!

Die Paulusgemeinde wünscht Ihnen von Herzen, dass es Ihnen in 2010 gut ergehen möge.

 gluck

 

©CAH

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