Gründonnerstag, der Ursprung des christlichen Abendmahls, der Eucharistie
In der »Karwoche« – oder auch »Heiligen Woche« – gedenken die christlichen Kirchen des letzten Abendmahls Jesu mit den zwölf Aposteln. Der Gründonnerstag ist der erste der drei Tage, in denen Jesus seinen Lebensweg vollendet hat.
Dabei kommt der Name »Gründonnerstag« nicht von der Farbe Grün, sondern von »greinen«, d.h. weinen. Die Sünder, die »Greinenden«, wurden am Aschermittwoch aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, aber am Gründonnerstag aus ihrer Bußzeit entlassen und wieder in die Gemeinde aufgenommen, die nun versöhnt Tod und Auferstehung Jesu feiern konnte.
An diesem Donnerstag, dem Abend vor seiner Kreuzigung, kommt Jesus im Rahmen des jüdischen Pascha-Festes zum rituellen Mahl mit den 12 Aposteln zusammen. Die 12 Apostel stehen für die 12 Stämme Israels. Das Volk gedenkt am Pascha-Fest der Befreiung aus Ägypten und des Durchzugs durch das Rote Meer. An diesem Abend sagte Jesus ihnen, dass ihre Mahlgemeinschaft mit seinem Tod nicht enden wird. Er, der Menschen zu Gott gebracht hat, wird auch weiterhin bei ihnen sein, wenn sie in seinem Namen Tischgemeinschaft halten und er fordert sie ausdrücklich dazu auf.
Doch die Ereignisse überschlagen sich und sie können nicht gegensätzlicher sein: Erfahrungen von Freundschaft gehen mit schlimmem Verrat einher, Jesus gerät vollends in die Mühlen der jüdischen und römischen Justiz, das Unglück nimmt seinen Lauf. Noch in der Nacht zu Karfreitag wird Jesus gefangen genommen, verraten von Judas und verleumdet von Petrus. Jesus erfährt miese Charaktereigenschaften ihm nahestehender Menschen, Menschen, denen er vertraut hat. Er ist nun ganz auf sich gestellt, nur wenige bringen die Kraft auf, ihn auf dem Kreuzweg zu begleiten.
Als Eucharistiefeier (Katholiken und Orthodoxe) oder als Abendmahl der evangelischen Kirche ist das Gedächtnismahl bis heute die zentrale Versammlung der Christen.
Auch wir haben uns versammelt, um dieses Gedächtnismahl zu feiern und Abschied von Jesus zu nehmen. Dazu haben wir den Raum etwas umgestaltet und die Stühle in einem großen Kreis aufgestellt. Wir wollten uns nah sein.


Orthodoxer Messwein, das Kreuz der ökomenischen Gemeinschaft von Taizé und der 7-armige jüdische Leuchter, die »Menora«, auf dem Tisch unseres Kreises sollten kleine Zeichen der tiefen Verbundenheit aller Christen und Kirchen setzen.
Mit dem Lesen der Passion unseres Herrn Jesus Christus endete unsere Zusammenkunft.
CAH