10.01.2009

"/Jesus sprach:/ Was nennt ihr mich Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage? "

Lukas 6,46

Ich weiß wieder, warum ich ein Kölner bin …

Samstag, 16. Oktober 2010, 17 Uhr – Die St. Paulus Gemeinde lud wieder zur hellije Mess op Kölsch ein. Viele Menschen folgten dieser Einladung. Et Klimpermännche (Thomas Cüpper) wor do un dä Pastuur Manes Amon suwiesu.

Als ich die Kirche betrat, lagen doch da tatsächlich alte Zeitungen auf den Stufen zum Altar mit irgendwelchen Werbeanzeigen. Aber schnell wurde mit der Einleitung klar, worauf das hinauslaufen sollte:

Wir werden tagtäglich mit Werbung überschüttet. Aber einer, der braucht keine Werbung: „Jesus wor keine römische Katholik un och keine evanjelische Lutheraner, he wor einfach do för uns Minsche! – Also: hann meer nit, bruche meer nit, fott domet.“ Der kleine Johannes hat dann die Zeitungen zusammengeknüllt und weggeworfen. Die  Botschaft aber haben die Besucher mit nach Hause genommen.

Sicher, das hätte man ja auch in Hochdeutsch übermitteln können. Warum denn Kölsch, habe ich mich gefragt in mich hineingehorcht. Kölsch ist nicht nur ein berauschendes Getränk, nicht nur eine Sprache:

Kölsch es e Jeföhl för Häzz un Siel.

Allein, wo et Klimpermännche anfing, zu singen ‚dä Himmel jewölv üvver Kölle’ senkte sich eine warme Vertrautheit über alle Anwesenden, eine Herzlichkeit und Wärme, eine Verbundenheit. Alle sangen ganz leise mit und die Klänge des Liedes schwebten im ganzen Raum. Die Aufmerksamkeit und Beteiligung der Menschen im Gottesdienst war anders als sonst, viel enger und viel intensiver. Neben dem liturgischen Höhepunkt mit der Wandlung Jesu in Brot und Wein war ein emotionaler Höhepunkt sicher das Schlusslied mit der herrlichen Melodie von Willi Ostermann und dem Text von Josef Metternich:

En Köln am Rhing sin meer jeboore,
meer hann vell Freud en Häzz un Senn.
Meer lovve dich och all de Johre
un möchten emmer met deer sin.

Wann meer su aan de Herrjott denke,
dann danke meer em Johr för Johr.
Hä deit uns Freud un Fruhsenn schenke
un trüs och de met Ping un Troor.

Als schliesslich nach dem letzte Sään et Klimpermännche sang:

Kutt jod heim, Lückcher jod Naach,
dräumpt jod bes morje, Lückcher jod Naach!

wurden mir die Augen feucht und ich wusste wieder, warum ich ein Kölner bin.

In diesem Sinne will ich auch nicht vergessen, häzzlich zo danke:

Thomas Cüpper, dem Klimpermännche für die Musik und das gemeinsame Musizieren

Pastor Manfred Amon für den unvergessenen Gottesdienst

Brigitte Sombrowski, Marlies Hündgen und Gerd Müller für die Mitgestaltung

und -last but not least-

Elisabeth Amon für den leckeren Kuchen und die nette Bewirtung nach dem Gottesdienst

UH

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